Beschreibung
Was ist Neemöl?
Neemöl ist das kaltgepresste Pflanzenöl aus den Samen des Neembaums, Azadirachta indica; in älterer Schreibweise Niemöl, auf Englisch neem oil. Auf dem Etikett steht die Pflanze als einziger Inhaltsstoff unter ihrem älteren botanischen Namen: Melia Azadirachta Seed Oil, kaltgepresst und hergestellt in Indien. Der Neembaum gehört zur Familie der Mahagonigewächse und wächst überall auf dem indischen Subkontinent, wo das Öl seit Jahrhunderten zur täglichen Pflege von Haut und Haar gehört.
Das Öl ist gelbbraun bis grünbraun, dick, und riecht kräftig: scharf und schwefelig, nach Knoblauch und Nüssen. Dieser Geruch gehört zu Neemöl und ist kein Zeichen von Verderb; er stammt von Schwefelverbindungen, die von Natur aus im Samen sitzen. Das Öl schmeckt bitter durch Limonoide, deren bekanntestes Azadirachtin ist, und ist nicht zum Einnehmen bestimmt. Das Öl besteht vor allem aus Ölsäure, daneben aus viel Stearinsäure und Palmitinsäure; diese beiden gesättigten Fettsäuren machen es dick und lassen es unter etwa zwanzig Grad trüb oder fest werden. Wir verkaufen Neemöl rein, ohne Zusätze, in Flaschen mit 30 ml und 100 ml mit Pipette, als kosmetisches Öl für Haut und Haar und immer zum Verdünnen.
Neemöl auf einen Blick
- INCI-Name: Melia Azadirachta Seed Oil, der einzige Inhaltsstoff auf dem Etikett; Melia azadirachta ist das ältere Synonym für Azadirachta indica.
- Pflanze: der Neembaum, Azadirachta indica, aus der Familie der Mahagonigewächse; das Öl stammt aus dem Samen.
- Gewinnung und Herkunft: kaltgepresst und hergestellt in Indien, wie auf dem Etikett steht.
- Farbe und Geruch: gelbbraun bis grünbraun; kräftig, scharf und schwefelig, nach Knoblauch und Nüssen.
- Konsistenz: dick und träge; unter etwa zwanzig Grad trüb oder fest, in warmem Wasser wieder flüssig.
- Anwendung: immer verdünnt, auf fünf bis zehn Prozent: Kopfhaut, punktuell auf der Haut, Nägel und Nagelhaut, eigene Seife und Haaröl; ausschließlich äußerlich.
- Nicht für: das Einnehmen, die unverdünnte Anwendung, und nicht in Schwangerschaft oder Stillzeit ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
- Inhalt: 30 ml oder 100 ml, in dunklem Glas mit Pipette, einzeln oder im Set mit drei oder sechs.
- Aufbewahrung: kühl, dunkel und gut verschlossen; eine geöffnete Flasche innerhalb eines Jahres aufbrauchen.
Wofür Neemöl gekauft wird
- Neemöl für die Kopfhaut. Verdünnt in Jojoba- oder Kokosöl, vor dem Waschen in die Kopfhaut massiert, eine halbe bis eine Stunde einwirken lassen und ausgewaschen; das ist die am häufigsten gewählte Anwendung.
- Neemöl punktuell auf der Haut. Ein paar Tropfen in einem Trägeröl oder einer parfümfreien Creme, auf eine trockene Stelle an Händen, Füßen, Ellbogen oder Knien, nicht auf das ganze Gesicht.
- Neemöl für Nägel und Nagelhaut. Ein Tropfen der verdünnten Mischung pro Hand, in die Nagelhaut eingerieben; auch für die Fußnägel.
- Neemöl in eigener Seife, Salbe oder Haaröl. Mit fünf bis zehn Prozent der Fettphase; der Geruch des Neem bleibt im fertigen Produkt erkennbar.
Weitere Öle und Pulver für die Kopfhaut finden Sie bei der Kopfhautpflege; das Trägeröl, in dem Sie Neemöl verdünnen, wählen Sie aus den Trägerölen.
Neemöl, Neempulver und Neemseife: was ist der Unterschied?
Neemöl stammt aus dem Samen; Neempulver ist das gemahlene Blatt desselben Baums und wird mit Wasser zu einer Paste angerührt, als Maske für Gesicht oder Kopfhaut. Das Öl ist konzentriert und wird verdünnt, das Pulver wird als Paste verwendet und ausgespült. In der Sheabutterseife mit Neem ist Neem bereits in eine Seife eingearbeitet, für alle, die das Öl nicht selbst mischen möchten. Alle drei riechen nach Neem, das Öl am stärksten.
Anwendung
So verdünnen Sie Neemöl
Verwenden Sie Neemöl mit fünf bis zehn Prozent in einem Trägeröl. Für eine Anwendung: 15 bis 30 Tropfen Neemöl, etwa 0,75 bis 1,5 ml, auf einen Esslöffel mit 15 ml Jojobaöl, Kokosöl oder süßem Mandelöl. Für einen Vorrat: ein Teelöffel Neemöl auf 50 bis 100 ml Trägeröl, in einem dunklen Fläschchen. Ist das Neemöl dick oder fest, stellen Sie die Flasche zuerst ein paar Minuten in warmes Wasser. Bei empfindlicher Haut bleiben Sie bei fünf Prozent. Ein paar Tropfen ätherisches Öl von Lavendel oder Rosmarin in der Mischung machen den Geruch erträglicher.
So verwenden Sie Neemöl auf der Kopfhaut
Massieren Sie einen Esslöffel der verdünnten Mischung mit den Fingerspitzen in die trockene Kopfhaut, Scheitel für Scheitel, und verteilen Sie den Rest in den Längen. Lassen Sie sie dreißig bis sechzig Minuten einwirken, gern unter einer Duschhaube und mit einem alten Handtuch über dem Kissen, und waschen Sie sie mit einem milden Shampoo aus, bei Bedarf zweimal. Wegen des Geruchs ist das eine Anwendung für einen Abend zu Hause; nach dem Waschen bleibt wenig davon übrig. Verwenden Sie Neemöl nicht unverdünnt im Haar: Es ist dick, riecht kräftig und lässt sich schwer auswaschen.
So verwenden Sie Neemöl auf der Haut und an den Nägeln
Auf der Haut wird Neemöl punktuell und verdünnt verwendet: ein paar Tropfen in einem Trägeröl oder einer parfümfreien Creme, auf eine einzelne Stelle und nicht auf das ganze Gesicht. Für Nägel und Nagelhaut reiben Sie einen Tropfen der Mischung pro Hand ein, am besten abends. Beginnen Sie mit wenig; bei empfindlicher Haut ist eine Verdünnung von fünf Prozent oder weniger sinnvoll. Machen Sie zuerst einen Test an der Innenseite Ihres Handgelenks.
Wie oft und wie viel Neemöl Sie verwenden
Kopfhaut: einmal pro Woche, mit etwa 1 ml Neemöl pro Anwendung in einem Esslöffel Trägeröl; eine Flasche mit 30 ml reicht also für etwa dreißig Anwendungen, gut ein halbes Jahr. Nägel und Nagelhaut: ein Tropfen der Mischung pro Hand, täglich oder jeden zweiten Tag. Haut: punktuell, so oft sich die Stelle trocken anfühlt. Für eigene Seife oder Haaröl rechnen Sie mit 5 bis 10 ml Neemöl pro 100 ml Fettphase.
30 ml oder 100 ml: welche Flasche Sie wählen
Verwenden Sie Neemöl für die Kopfhaut oder die Nägel, reichen 30 ml für Monate, denn Sie verwenden jeweils nur ein paar Tropfen bis einen Milliliter. Machen Sie selbst Seife, Salbe oder Haaröl, ist 100 ml pro Milliliter günstiger. Beide Flaschen enthalten dasselbe Öl, in dunklem Glas mit Pipette; die Pipette funktioniert nur, wenn das Öl flüssig ist.
Neemöl, das dick, trüb oder fest geworden ist
Neemöl erstarrt unter etwa zwanzig Grad, durch die Stearinsäure und Palmitinsäure, die von Natur aus darin sitzen. In einem kühlen Raum wird es trüb, körnig oder ganz fest; das ist normal und sagt nichts über die Qualität. Stellen Sie die Flasche ein paar Minuten in eine Schüssel mit warmem, nicht heißem Wasser, oder halten Sie sie kurz in den Händen, und schütteln Sie danach kurz. Das Öl ist dann wieder flüssig und klar und läuft durch die Pipette.
Worauf Sie bei Neemöl achten
Neemöl ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt und wird immer verdünnt verwendet; nehmen Sie es nicht ein. Tragen Sie zuerst einen Tropfen der verdünnten Mischung auf die Innenseite Ihres Handgelenks auf und warten Sie einen Tag. Kontakt mit den Augen vermeiden und bei Berührung mit lauwarmem Wasser spülen. Sind Sie schwanger, stillen Sie oder nehmen Sie Medikamente, verwenden Sie Neemöl nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Bewahren Sie die Flasche kühl, dunkel und gut verschlossen auf, am besten nicht im Badezimmer; eine geöffnete Flasche brauchen Sie innerhalb eines Jahres auf. Riecht das Öl nicht mehr nach Knoblauch und Nüssen, sondern sauer oder ranzig, verwenden Sie es nicht mehr.
Inhaltsstoffe
Melia Azadirachta Seed Oil